Das Käferkleid – Ein Burdaschnitt

Beim ersten Durchblättern ist mir das Kleid in der Burda 12/2015 nicht aufgefallen. Dann aber habe ich das Kleid auf dem Blog Lilacs&Lace von Laura Mae gesehen und war begeistert vom Rückendekolletee und den schönen Faltendetails. Und als Fan von Rückendetails musste ich mir dieses Kleid auch unbedingt nähen.

Burda 12 2015 109B 4

Allerdings musste für den Schnitt erst der perfekten Stoff gefunden werden und mir fiel anfangs so gar kein passender Stoff ein. Dann wies mich aber meine Mutter auf den wild gemusterten Jerseystoff in Grüntönen hin, und ich wusste das wirds. Es gibt eigentlich kein besseres Gefühl als einen Stoff aus dem Schrank mit einem Schnitt zu vereinen.

Und so konnte ich mich gleich an mein erst zweites (!) Jerseymodell wagen. Ich finde Jersey vom Nähen ok, breche aber nicht in Begeisterung aus, wenn es um diesen Stoff geht.

Burda 12 2015 109B 3

Die von vielen bemängelte Anleitung bezüglich der Falten am Rücken habe ich komplett links liegen lassen und rein nach Optik gearbeitet. Mit den Markierungen in welche Richtung eine Falte gelegt werden sollte, habe ich immer Probleme. Und ehrlich gesagt weiß ich überhaupt nicht mehr, wann ich das letzte Mal eine Nähanleitung durchgelesen habe.

Schulternaht und Ausschnitt wurden mit Nahtband verstärkt, damit es nicht immer mehr ausleiert. Seitlich wurde das Kleid etwas enger. Wichtig war mir jedoch, dass trotzdem noch die Originallinie erhalten blieb. Den Besatz am Halsauschnitt musste ich an mehreren Stellen mit der Hand festnähen, da er sonst ständig rausgewandert ist – sehr unerfreulich. Die Säume habe ich komplett mit Hand genäht, da ich keine unschönen sichtbaren Nähte wollte. Ich steh einfach auf eine möglichst nahtlose Optik von außen.

Einziges Problem sind sozusagen die Nahttaschen. Diese sitzen genau auf der Hüfte und akzentuieren diese noch zusätzlich und klaffen leider oft auf. Allerdings sind sie fabelhaft um die Hände darin zu versenken. Sonst verwende ich die Taschen nicht, da sie auch mit zuviel Inhalt unschön ausbeulen.

Dass ich das Kleid genäht habe, ist mittlerweile ein Jahr her und es gehört zu meinen meistgetragenen Kleidungsstücken, sodass man schon Gebrauchsspuren am Stoff merkt. Ein großer Vorteil ist, dass man das Kleid ohne extra bügeln überwerfen kann. Es sitzt angenehm locker, ist aber nicht nur ein Sack, ein perfektes Reisekleid eben.

Erstaunlicherweise  wurde  das Fotografieren zu eine richtige Herausforderung. Die ersten ein- oder zweimal  (so genau weiß ich’s nicht mehr) gab es ständig Probleme mit der Technik. Bei der nächsten Fotorunde kamen wenige tolle Fotos raus und so ein richtiger Burner, der einen in Begeisterung versetzt, war auch nicht dabei. Dann aber waren wir eindeutig erfolgreicher. Nur musste ich voller Entsetzen feststellen, dass ich beinahe mit meinem Knoten in der Unterführung einen Schwung Spinnennetze samt Inhaberinnen abgeräumt hätte. Kleiner Schock und viel Gefluche … (Man sieht es auf dem Spinnenblickfoto.)Burda 12 2015 109B

Und warum hat das Kleid nun den Namen Käferkleid erhalten – ist ja nicht so naheliegend wie beim Rasterkleid oder Zitronenkleid? Vom Stil hat mich das Kleid sehr an die Käferjacke erinnert, darum habe ich das Kleid auch das Käferkleid getauft. Im Nähkurs habe ich jedenfalls mit diesen Modell schon für Furore gesorgt und für einen Minitrend bei meinen Kurskolleginnen gesorgt (3 andere Käferkleider gibt es da mittlerweile).

Verlinkt zum MeMadeMittwoch.

Burda 12 2015 109B 2

 


Fazit: schnell und einfach genäht. Wenn diese Kleid den Geist aufgibt, gibt es vermutlich eine neue Version.

Änderungen: Etwas enger an der Seite

Schnitt: Burda 12/2015, Modell 109B Boulekleid

Material: Jersey mit Print von myTEX

Burda 12 2015 109B 7

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20 Gedanken zu “Das Käferkleid – Ein Burdaschnitt

  1. Bei einem Kleid, welches oft getragen wird, hat man doch eigentlich alles richtig gemacht (auch wenn z.B. die Taschen aufklaffen). Die Fotos sind wieder sehr toll. Insbesondere das „Spinnenblickfoto“.
    Warum ist das so klein? ;-))
    LG Uta

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  2. ICH BIN BEGEISTERT!!!!
    Das Kleid mit dem tiefen Rücken ist so toll, der Stoff past super dazu und deine Bilder sind mal wieder einfach nur klasse!!! Ich werde mir dieses Muster etwas näher anschauen müssen, den ich bin total entzückt!! WOW!!!!

    LG,
    Bianca

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  3. Ein wunderbares Kleid und eine sehr schöne Fotostrecke! Großes Lob an den Fotografen! Dieses Kleid als Reisekleid – da musste ich doch schmunzeln. Der freie Rücken wäre mir bei jeder Reise ein Graus, da spüre ich die Verspannung im Nacken schon beim anschauen der Fotos. Wie gut, dass es bei Dir nicht so ist – so gut gekleidetete Reisende sieht man leider viel zu selten. LG Kuestensocke

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    1. Herzlichen Dank.
      Solange einem keine Klimaanlage in den Rücken bläst ist es perfekt. Ohne sich Gedanken zu machen kann man es sich bequem machen und entspannt, knitterfrei und elegant wieder aus dem Zug steigen.
      Lg Sabine

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  4. Grandioses Kleid! Sehr unterhaltsame Shooting-Geschichte. Im ersten Moment habe ich gar nicht realisiert, dass es ein Jerseykleid ist. Du siehst darin so elegant und „angezogen“ aus. Auch ich vernähe lieber Webstoff, den Schnitt muss ich mir merken. Danke für Zeigen. LG, Manuela

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  5. Absolut cooles Kleid!! Es ist so schlicht und doch so extravagant! Toll dass du es so oft trägst, denn dann ist es außerdem noch bequem.
    Den Schnitt sollte ich mir auch nochmal ansehen…
    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Merci. In der Anfangsphase habe ich das Kleid sozusagen rund um die Uhr getragen, mittlerweile bin ich da etwas zurückhaltender. Das Kleid ist trotzdem einer meiner absoluten Favoriten.
      Lg Sabine

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  6. Da ich selbst ein großer Fan von dieser Art Schnitt/Kleid bin, sage ich sofort: super! So cool und schick zugleich, sehr französisch und trotzdem lässig. Einfach ein tolles Teil. Und beste Grüße an den oder die Fotografen(in) – sehr schönes Shooting.
    Liebe Grüße von Ina

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