{Rund ums Schnittmuster} Wo kann man Schnittmuster kaufen?

Schnittmusterset

Schnittmuster gibt es mittlerweile aus vielen verschiedenen Quellen und von vielen unterschiedlichen Herstellern. Begonnen hat der Verkauf von Schnittmuster aus Papier zum Nachschneidern zuhause im Amerika des 19. Jahrhunderts durch den Unternehmer E. Butterick. In Deutschland hat sich in der Nachkriegszeit die Burda Zeitschrift etabliert. Durch das Internet haben sich mittlerweile auch viele unabhängige Schnittmusterdesigner im Markt etabliert – es ist also wirklich für jeden etwas dabei.


Zeitschriften

Die erste Anlaufstelle vor Ort ist der Zeitschriftenladen – auf österreichisch übrigens „Trafik“. Manche Nähzeitschriften gibt es schon seit ewigen Zeiten, andere drängen neu auf den Markt. Je größer der Laden, desto mehr Auswahl natürlich. In meiner Erfahrung sind immer die Bahnhofszeitschriftenläden am besten sortiert.

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Insgesamt gibts mittlerweile fast 3 Reihen voller Nähzeitschriften (zw. Hochzeits- und Bastelmagazinen) – meist unter der Überschrift „Frauen“ zu finden …

Die wichtigsten – in meinem Augen und somit nicht objektiv – sind:

  • Die Burda Style (ehem. Burda Moden) ist der Klassiker (und wirklich ÜBERALL zu erhalten) mit meist eher aufwendigeren Schnitten. Die Zeitschrift erscheint monatlich und beinhaltet immer einige Plussize-Schnittmuster. Außerdem gibts Sonderausgaben zum Thema Vintage, Plus Size und Easy. Viele Schnitte sind auch online einzeln zu erstehen.
  • Die Fashion Style (eine Übersetzung der niederländischen knip) hat immer einige sehr modische Schnitte, aber auch tolle Basics. Die letzte, im Bild ersichtliche Zeitschrift, habe ich mir aufgrund des Blusen-Bodys gekauft. Ein Kleidungsstück, dass mir schon länger im Kopf herumschwirrt. Gerade erst heute hat mich der Inhalt der aktuellen Ausgabe wieder positiv überrascht – diesmal mit einem Herren-Schnittmuster für ein echt schickes Hemd.
  • Die La Maison Victor kommt aus Belgien mit schicken Schnitten mit interessanten Details und Schritt-für-Schritt Anleitungen für alle Modelle. Alle 2 Monate im gut sortieren Zeitschriftenhandel zu finden. Erfahrungsgemäß muss man schnell sein bzw. erst einmal einen Laden finden, der sie führt. Wer mehr wissen will: Hier gehts zu meiner Rezension.
  • Lust auf Handarbeiten wird von Burda übersetzt und stammt aus Dänemark. Gefüllt ist sie mit modischen Basics-Teilen und erscheint alle 2 Monate. Inkludiert sind nette Ideen für Kissen und Ähnliches, sowie ab und an Baby-, Kinder- und Teenie-Schnittmuster.
  • Ottobre ist der skandinavische Beitrag zu den Schnittmustern. Die Erwachsenen-Ausgabe gibts leider nur zweimal im Jahr, die Kinderausgabe öfters.
  • Für alle Dirndl-Liebhaber gibt es noch die Dirndl Revue. Neben den tatsächliche Kleidern gibts auch das eine oder andere Herrenkleidungsstück zum Nachnähen.
  • Doch nicht nur im hohen Norden gibt es Nähzeitschriften, aus dem spanischen übersetzt findet man die Patrones nun als Nähtrends. Kindermode und Schnitte für Männer sind selten, dafür gibt es schöne Plussize-Schnitte und immer einen Themenschwerpunkt.

Die Liste könnte natürlich noch erweitert mit zahlreichen anderen Nähzeitschriften, wie beispielsweise die quietschbunten aus der USA – aber die lassen wir jetzt mal weg …

Eine Frage, die ich mir am Anfang gestellt habe ist: Zahlt es sich tatsächlich aus die Zeitschrift zu kaufen? Die einfache Antwort ist, sobald man EIN einziges Modell gut findet – und das passiert leider recht schnell – dann rechnet sich der Kauf, denn ein Einzelschnitt ist meist sogar teurer.

Gebrauchtwarenbörsen

Empfehlen können wir auch Nähzeitschriften gebraucht zu kaufen. Es werden auf den üblichen Plattformen oftmals ganze Konvolute von diversen Zeitschriften angeboten, und bieten so einen guten (und günstigen) Start für die eigene Schnittmuster-Sammlung. Jeder der gerne schmökert, hat dadurch immer die Gelegenheit durch die eine oder andere Zeitschrift zu blättern. Aber Achtung: die Modelle sind natürlich dem Modegeschmack der jeweiligen Zeit angepasst! Es lohnt sich daher ein Augenmerk auf die Jahreszahlen zu legen. Und leider ist es auch nicht immer garanteriert, dass die Zeitschrift noch komplett ist.

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Berliner Modenblatt & PRAMO – So etwas findet man am besten über Plattformen wie ebay

Einzelschnittmuster

Eine weitere Quelle sind die Nähabteilungen von Kaufhäusern  und Stoffgeschäfte (bzw. direkt bei den Herstellern online), in denen es Kataloge mit Einzelschnittmustern von verschiedenen Herstellern gibt. Hier kann man sich gezielt einen einzelnen Schnitt heraussuchen: Schnittmuster für Frauen, Männer, Kinder, spezielle Anlässe, Accessoires und mehr. Auch Schnittmuster für Designermodelle können hier gefunden werden. Während man sich also bei den Zeitschriften jedes Mal aufs Neue überraschen lassen kann, findet man hier genau was man sucht.

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Schnittmuster-Kataloge

Egal ob Butterick, McCall’s, Kwik Sewing, Simplicity oder Vogue Pattern – all diese Markennamen stehen für Einzelschnittmuster. Am einfachsten zu finden in der KARSTADT Stoffabteilung – keine Beratung, jedoch eine grooooße Schnittmusterauswahl (und fast immer ein Stoffabverkauf).

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Einzelschnitte von Vogue Pattern und Butterick

Bücher

Eine weitere Möglichkeit sind Bücher. Bis jetzt haben wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht: teilweise sind die Schnittmuster in Papierform inkludiert, teilweise nur auf CD bereitgestellt. Manchmal war gerade DAS EINE Schnittmuster nicht inkludiert. Bei Fach-/Sachbüchern ist auf jeden Fall der stationäre Einzelhandel zu empfehlen, da man dort die Bücher erstmal durchblättern kann. Auch Rezensionen von anderen Nähern sind sehr hilfreich.

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Nähbücher sind bei mir momentan nur Inspiration

Online

Nicht vergessen darf man natürlich die online zu erstehenden Schnittmuster von den verschiedensten Indie-Schnittmusterdesignern. Hier möchte ich auf den Blog Elle Puls verweisen, mit einer wirklich umfassenden Liste von Indie-Designern. Das einzige Problem, … diese ewige Kleberei (und der Drucker darf natürlich gerade nicht mucken).


Schnittmustergröße vs. Kaufgröße

Ein letzter Hinweis zu den Schnittmustergrößen. Egal welche Kaufgröße man normalerweise hat, beim Schnittmuster und allgemein beim Nähen, zählt immer nur die Maßtabelle (und ev. noch ein gut passendes, ähnliches Kleidungsstück, aber dazu ein andermal mehr). Man darf sich auch nicht Schrecken wenn man nach Masstabelle eine andere Grösse braucht, als man gewohnt ist. Das ist wichtig, da es manche Schnittmuster nur in kleinen Größen, ODER Plussizegrößen gibt. Einzelschnitte sind wiederum in kleine und große Größen (manchmal scheinbar willkürlich) getrennt. Bei Vintage Schnitten gibts teilweise NUR eine einzige Größe, die man dann anpassen muss … Also immer auch diesen Aspekt im Auge behalten. Und da kein Zettelchen drinnen ist, ist es doch egal wie groß/klein genäht wird, solange es passt.

#HappySewing
AnnaF.

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